Nachtrag zu Unsensibles Pflegepersonal in zwei Akten

Die Vorgeschichte ist hier zu finden, interessant ist der zweite Akt.

Dem Herrn tat immer noch die Schulter weh. Die Frau und Tochter redeten jedesmal, wenn sie da waren, auf das Pflegepersonal ein, es müsse etwas passieren, da stimme doch etwas nicht.

Einmal war ein Pfleger da und meinte “Wenn er gefallen ist, muss er geröngt werden, das müssen wir so machen in so einem Fall”. Da es klar war, dass er gefallen war, hörte sich das so an, wie wenn etwas passiert wäre oder noch würde.

Dem war nicht so.

Die Frau des Patienten war da und versuchte heraus zu finden ob er denn nun geröngt worden war. Die Schwester kam zurück mit den Infos “Das kann ich nicht entziffern ob es da ein Konsil gab”. Das war alles an Infos was sie mitteilte.

Es tat sich wieder.. genau nichts.

Fast zwei Wochen nach dem Vorfall, ganze genau zwölf Tage, ist der Tochter der Kragen geplatzt und sie hat sich im Stationszimmer die Ärztin geschnappt. Die Kurzform war in etwa: “Ich gehe hier nicht weg bis er geröngt wurde.” – Denn er war eben doch noch nicht geröngt worden!

Die beiden wurden später abgeholt und mit einem Krankentransport ins Krankenhaus neben an gefahren.

Als ich später wieder ins Zimmer kam schlief der Herr und die Tochter saß daneben. Es war nicht zu übersehen, dass sie wütend war.
Es hatte sich herausgestellt, dass der Herr jetzt fast zwei Wochen lang mit einem mehrfach gebrochenen Schlüsselbein herum gelaufen ist. Eigentlich wollte ihn die Klinik in dem das geröngt und erkannt wurde gleich operieren, aber der Herr ist dafür aktuell zu schwach. Er bekam also einen Rucksackverband, der ihm sofort die erste Linderung verschaffte.

Wieder zurück in der Rehaklinik knüpfte sich die Tochter wieder die Ärztin vor. Die hatte ernsthaft Ausreden wie “Der zuständige Arzt war im Urlaub” und ähnlichen Müll. Die Tochter betonte wohl noch mehrmals, dass sie nicht nochmal erleben möchte, dass ihr Vater hier Schmerzen hat und keine Schmerzmittel bekommt.

Der Herr sagte jedesmal, manchmal auch durchaus laut, dass ihm die Stelle weh tut, wenn jemand dagegen kam, sonst ist er eher ein sehr ruhiger umgänglicher Mensch.

Keiner, wirklich niemand hat sich richtig die Mühe gemacht da auch nur einmal genauer hin zu schauen. Die Stelle ist grün, gelb und blau und eigentlich nicht zu übersehen auch jetzt noch. Er hat praktisch die ganze Zeit fast nichts gegessen und auch zu wenig getrunken. Warum hat keiner hinterfragt.

Ich vermute stark, dass genau niemandem der Verantwortlichen irgend etwas passieren wird, wie so häufig im Gesundheitswesen wenn jemand Mist gebaut hat und ein Patient der Leid tragende ist.

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