Die neuesten Ideen aus der Pflege

Aus irgend einem Grund hatte meine Tante heute auf der Station meines Opas angerufen, weil sie mich unter tags nicht erwischt hatte. Was da los war weiß ich nicht so richtig, ist auch irrelevant. Letzlich bin ich zur Nachtschicht nochmal auf der Station meines Opas gestanden und redete mit dem Nachtpfleger.

Es war wohl nicht klar wie viel er getrunken und gegessen hatte und es passte ihnen wohl nicht, dass er keinen Schlauch mehr in der Nase hatte. Auch hatte sich meine Tante mal wieder als Betreuerin gemeldet, was schlicht falsch ist.

Betreuerin im Sinne von der rechtlichen Definition ist sie nicht, auch wenn sie das bis heute nicht kapiert hat. Das war der Klinik noch nicht einmal bekannt! Mit anderen Worten, die hatten sich nie den Betreuerausweis zeigen lassen – den sie ja eben nicht hat.

Der Nachtpfleger hielt sie zuerst für meine Mutter, das klärte ich schnellstens auf.

Jedenfalls kam ich mit dem Nachtpfleger ins Gespräch, sogar in den Pausenräumen des Personals.

Es ging nochmal um die Sondenproblematik. Ich erklärte nochmals, dass er nichts gegen die Sonde hat, aber gegen die Prozedur des Legens. Wenn man wollen würde, bin ich davon überzeugt, könnte man dieses Problem lösen durch eine Kurzzeitsedierung. Das sieht vielleicht für jemanden von aussen lächerlich aus. Aber wer die Prozedur kennt und einen sehr starken Würgereflex hat, der kann das vielleicht nachvollziehen. Der Pfleger konnte das leider nicht nachvollziehen.

Er erzählte mir, dass Opa wohl nachts öfters recht “wild” ist und deshalb das Urinalkondom nicht so gut hält. Mit anderen Worten: Das Bett und / oder Opa ist durchaus mal nass und verursacht Arbeit. Das ist zwar nicht so schön, aber wenn er selber wieder aufstehen kann oder auch besser klingeln könnte, ein lösbares und vorübergehendes Problem. Jedenfalls aus meiner Sichtweise.

Ich hatte damit gerechnet, dass es wieder um die PEG ginge, aber dieses mal kamen man noch mit einem Cystofix, also einem Blasendauerkatheter durch die Haut an. Ich hatte ja schon damit gerechnet, dass es nochmal um einen Dauerkatheter ginge, aber nein es ging gleich um die Variante durch den Bauch. Ich kann dabei keine echten Vorteile für Opa entdecken, lediglich Nachteile. Für die Pflege kann ich Vorteile entdecken. Ich hatte genau über das Thema mit ihm geredet. Wie er es findet mit dem Urinalkondom. Er meinte zu mir, er finde das nicht toll, aber er kann es akzeptieren, denn dadurch ist die Nacht trockener und es ist nur Nachts drann. Zur Erinnerung: Opa kann nach wie vor nicht klingeln wenn er etwas benötigt. Er hat immer noch keine Klingel die er bedienen kann und mittlerweile sind wir 14 Tage hier.

Hier stach der Pfleger noch recht positiv hervor, er ging nochmal mit mir auf die Suche nach der berühmt berüchtigten “Touch-Klingel” die weiterhin nicht auffindbar war. Er schrieb auch noch einen Notizzettel dazu in meiner Anwesenheit. Es wäre ja schön wenn sich da mal etwas tun würde. Aber der Weg bis dahin, das geht gar nicht, das ist dermaßen respektlos und menschenverachtend was wir bisher in der Hinsicht hier erlebt haben.

Kurz: Würde es nach der Pflege gehen, hätte Opa längst zwei Löcher im Bauch. Einmal für die Nahrung rein und einmal für die Flüssigkeiten raus. Beide verursachen Schmerzen und heilen längst nicht immer so gut und problemlos wie einem das manche Leute vorgaukeln wollen (die davon provitieren würden).

Bezeichnend.

 

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Filed under Ableism, Allgemein, Krankheitssystem, Opa in Reha, Rant

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