Weitere Erfahrungen ohne eGK in 2015, einschließlich N3 Rezeptausstellung (3)

Zwei weitere Erfahrungen ohne eGK in 2015. Dieses mal mit einer Interaktion mit der Techniker Krankenkasse (TK). Auch brauchte ich ein Rezept mit einer N3-Menge. Um die Vorkomnisse besser sichtbar zu machen, dieses mal mit Tagen und Uhrzeiten.

Montag 2.2.15
ca. 15-16 Uhr: Anforderung des Nachweises bei der TK

Nachricht an die TK geschrieben, über deren Internet-Portal. Inhalt: Ich hätte gerne drei Ersatzbescheinigungen, zwei davon an jeweils eine Faxnummer ohne weitere Infos dazu, wozu die gehören. Die letzte Bescheinigung sollte an mich gehen. Zu jeder Bescheinigung gab es ein Datum.

Das Online-Formular wird teilweise vorausgefüllt angezeigt, z.B. die E-Mail Adresse aber auch die Telefonnummer. Die Telefonnummer habe ich entfernt, denn ich wollte zu diesem Thema nicht angerufen werden, sondern alles schriftlich haben. Ganz besonders wollte ich nicht angerufen werden, wenn ich noch schlafe. Das Feld in dem Formular blieb also ganz bewusst leer.

 

18 Uhr: Vor dem ersten Termin
Ich musste allmählich los zum Termin und hatte noch immer keine Bestätigung bekommen, dass die Ersatzbescheinigung an die Praxis gefaxt wurde. Normalerweise ging das immer recht schnell und kam in aller Regel vor mir an. In dieser Praxis war ich in diesem Quartal noch nicht gewesen. Sie hatten aber vermutlich schon eine Ersatzbescheingung erhalten, da ein Termin zuvor ausgefallen war, für den ich bereits eine Bescheinigung angefordert hatte.

 

18:30 Uhr: Der erste Termin
Ich hatte mit dieser Praxis zum Thema “eGK” noch keinen Kontakt und wusste nicht, was mich dort erwarten würde. Außerdem hatte ich diesmal keinen Zeugen dabei.

Am Tresen wurde ich nach der Karte gefragt. Ich gab ihr meine alte abgelaufene Karte. Sie merkte dies natürlich schnell und meinte ich bräuchte eine eGK.

Nach etwas Diskussion und hin und her gab sie mir einen Zettel von der KBV (Kassenärztliche Bundesvereinigung), auf dem diverse Varianten des Nachweises und was dann passieren würde beschrieben wurden. Sie meinte ich müsste das unterschreiben.

Ich überflog den Zettel – der mir bekannt vorkam. Er enthielt nichts Neues. Ich verneinte und sagte, dass ich nichts unterschreiben werde und der Nachweis der KK bereits unterwegs sein müsste.

Zu meiner Verwunderung kam es nicht zu einer größeren Diskussion oder dergleichen.

Ich versicherte ihr noch, dass ich wüsste, das dies für sie nicht schön wäre, aber, dass das was hinter der Karte steht noch weit weniger schön wäre. Sie nickte und lächelte ein wenig angestrengt, als ich den Raum Richtung Wartezimmer verließ.

 


 

Dienstag 3.2.15
10:16 Uhr: Anruf auf Handy und Telefon
Ich schaute verschlafen auf das Telefon und sah eine unbekannte Nummer, die ich nicht zuordnen konnte. Das Ding hatte mich geweckt, meine Begeisterung war schon allein deshalb grenzenlos. Ich hatte zwar einen für mich grauenhaft frühen Termin, hätte aber noch etwa eine Stunde schlafen können.

 

10:23 Uhr: E-Mail von der TK
Meine Vermutung, dass die Anrufe von der TK waren bestätigten sich in dieser E-Mail.

Gerade wollte ich Sie anrufen. Leider habe ich Sie nicht erreicht.

Wir erinnern uns: Ich hatte aus dem Online-Formular die Telefonnummer entfernt, weil ich u.a. genau so etwas befürchtet hatte und eben nicht wollte.

Es wurde aber noch besser:

Bitte senden Sie uns immer zur Faxnummer den vollständigen Namen der Arztpraxis, die Praxisadresse und den genauen Behandlungstag, damit wir Verwechslungen vermeiden und die Unterlagen richtig zugestellt werden können.

Es ist ja bereits pure Schikane, dass man pro Termin einen Wisch “Ersatzbescheinigung” anfordern muss. Aber ich sah beim besten Willen keinen Grund, warum ich der Krankenkasse bzw. den dortigen Sachbearbeitern auch noch erklären müsste, wohin die Ersatzbescheinigung gehen würde. Weder den Namen der Praxis, noch die Fachrichtung.

 

10:34 Uhr: Erste Antwort an die TK
Ich war zwar müde, aber auch ziemlich sauer darüber, dass es offensichtlich ignoriert oder nicht einmal bemerkt wurde,  dass ich die Telefonnummer entfernt hatte.

Da aus der E-Mail der Dame nicht hervorging, ob denn die Bescheinigungen nun versandt wurden, fragte ich nach.

Ich wies darauf hin, dass ich mit Absicht in dem Formular die Telefonnummer entfernt hatte, damit ich nicht morgens angerufen werde, da das für mich mitten in der Nacht ist.

 

10:43 Uhr: Zweite Antwort der TK
Nicht besonders lang und auch kein sinnvoller Inhalt:

Nein, die Bescheinigungen sind noch nicht versandt oder gefaxt, da ich die Namen der Ärzte benötige. Bitte teilen Sie uns diese zukünftig immer mit.
 Auf meinen Hinweis wegen der Telefonnummer und dem Anrufen wurde gar nicht reagiert.

 

10:47 Uhr: Zweite Antwort an die TK
Ich wieß in meiner kurzen E-Mail daraufhin, dass es bisher auch ohne diese Daten gegangen war und bat um die Zustellung der Bescheinigungen.

Mittlerweile musste ich aufstehen um pünktlich zu meinem Termin zu kommen.

 

12:10 Uhr: Ankunft in der Arztpraxis
Ich war gespannt was mich dieses Mal in der Praxis erwarten würde, denn diese Praxis war bereits zwei mal Bestandteil eines Blogeintrags zu genau diesem Thema gewesen [1,2]. Mir wurde z.B. gesagt, man könne mir keine Rezepte ausstellen, wenn ich keine eGK hätte.
Am Tresen saß jetzt eine andere Dame und ich wurde nur gefragt, ob ich mittlerweile eine Karte hätte. Ich verneinte, womit das Thema erledigt war.
Aus Interesse fragte ich noch nach, ob denn beim letzten Mal mit der Bescheinigung alles in Ordnung gewesen wäre. Sie meinte, sie könne im Computer kein Problem entdecken.

 

12:14 Uhr: Wartezimmer in der Arztpraxis
Mich erreichte die nächste E-Mail. Sie enthielt nach wie vor nicht das was ich mir erhofft hatte:

Für die Erstellung der Einzelfallbestätigung ist der Name des Arztes und die Anschrift erforderlich.

Interessant, plötzlich sind diese Informationen “erforderlich”. Die “Argumente” (Welche?) werden auch nur wiederholt, es gibt keine echte Begründung.

Leider konnte ich aus der Faxnummer keine Rückschlüsse auf die Praxis ziehen.

Die Dame hatte darüber hinaus wohl eine Rückwärtsuche versucht bzw. die Faxnummern offenbar in eine Suchmaschine geworfen, um heraus zu bekommen, wohin diese Bescheinigungen gehen sollten.

 

12:34 Uhr: Dritte Antwort an die TK
Ich saß im Wartezimmer und tippte erneut eine Antwort:

Man möge mir doch bitte die rechtliche Grundlage für dieses Vorgehen zusenden. Auch könne ich keinen Grund erkennen, warum diese Daten für einen Versicherungsnachweis relevant sein sollten. Erst recht nicht, warum das den Sachbearbeiter etwas angehen sollten.
Bisher hatte die Ausstellung der Ersatzbescheingung auf diesem Weg kein Problem dargestellt. Es war für mich nicht nachvollziehbar, warum sich dies nun plötzlich ändern sollte.
Mir ist sogar ein TK Versicherter bekannt, dem die Sachbearbeiterin eine Bescheinigung für mehrere Arzttermine und eventuell sogar den ganzen Monat oder Quartal geltend zugesandt hatte.

Ich kritisierte, dass hier doch wohl bei gleicher Ausgangslage äußerst unterschiedlich agiert wurde und zwar ganz offensichtlich entgegen den Interessen des Versicherten. Ich merkte an, dass meines Wissen solch ein Verhalten als Willkür bezeichnet würde.

Ich bat nochmals um die unverzügliche Zusendung der Bescheinigungen und dies wenn nötig auch gerne über einen anderen Sachbearbeiter.

 

ca. 12:45 Uhr: Der Termin und das Rezept
Kurze Zeit später nach dem versenden der E-Mail war ich tatsächlich an der Reihe.
Ich brauchte ein Rezept. Als ich das letzte Mal in der Praxis war, wurde mir angedroht, man könne mir kein Rezept ausstellen wenn ich keine eGK hätte. Siehe im Beitrag: “Erste Erfahrung ohne eGK in 2015“.

Das Rezept was ich brauchte enthielt mit einer Menge von “N3” also die größtmögliche Packungsgröße. Ich war gespannt, ob der Arzt mir dieses Rezept ausstellen würde und wenn ja, ob es auch aus dem Drucker heraus kommen würde. Er stellte es aus.

Ich frage ihn, ob das auch wirklich klappen würde und ob er es nicht vielleicht von Hand schreiben möchte, denn mir wäre ja angekündigt worden, es würde nicht gehen. Er schaute nochmal auf seinen Computer und meinte es würde nichts anzeigen was auf ein Problem hindeuten würde.

Er behielt Recht, ich bekam ohne Probleme das Rezept am Empfang und konnte gehen.

 

Rest des Dienstag den 3.2.15: Nichts
Keine weiteren Antworten. Nichts.
Ich überlegte, ob ich den Text meiner ursprünglichen Mail einfach noch einmal schicken sollte, in der Hoffnung, dass dieser auf einen anderen Sachbearbeiter trifft. Ich entschied mich vorerst dagegen.

 


 

Vormittag und Nachmittags des Mittwoch den 4.2.15: Nichts
Keine weitere Antworten.
Die TK hat es offensichtlich mit einer Antwort oder gar Taten nicht eilig. Stellt sich für mich die Frage, ob das Strategie und damit Absicht war, oder ob es andere Gründe dafür gab wie z.B. Beratung mit der Rechtsabteilung. Vielleicht war auch dieses unbeliebte E-Mail Ticket einfach erst einmal ignoriert worden.
Da ich nachmittags einen Termin hatte, kümmerte ich mich erst einmal nicht aktiv um das Thema.

Nichts desto trotz finde ich über 24h ohne eine weitere Reaktion durchaus erwähnenswert.

 

17:17 Uhr: Beinahe 30h später, die Antwort
Am Mittwochnachmittag – für die TK relativ spät – bekam ich unterwegs eine Antwort per E-Mail, die jedoch von einer anderen Sachbearbeiterin kam.

Wir brauchen die Daten des Arztes nicht um Ihnen eine Einzelfallbescheinigung zukommen zu lassen. Die gewünschten Bescheinigungen haben wir heute versandt.
Wir bitten die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen.
Eigentlich ist dem kaum mehr etwas hinzuzufügen. Die Taten bzw. Untaten sprechen für sich.
Ich weiß nicht ob es juristisch den Tatbestand der “Nötigung” erfüllt. Aber ich weiß, dass es sich definitiv so anfühlt. Auch die Wörter Schikane und Willkür passen hier ganz gut.

 

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Filed under eGK, Krankheitssystem

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